Nada Surf – Let Go

Mittwoch, 19. April, 2006 at 9:09 (Pop, Rezensionen)

Nada Surf - Let Go

(Indie-Pop) So richtig Popular waren die Herren um Frontmann Matthew Caws ja nie wirklich, trotz aller gut gemeinten Versuche sich in die Ohren und Herzen der Poprockpunkirgendwas-Gemeinde (oder isses doch vielleicht das böse Wort?) mittels High/Low und The Proximity Effect zu spielen. Und eines sei auch hier mit Sicherheit gesagt: Sie werden es wieder nicht schaffen. Und auch diesmal liegt es wieder nicht an der Qualität des vorhandenen Materials – das ist durchweg gut. Nein, was Nada Surf fehlt ist einerseits eine gewisse Weezerness; die Lieder bohren sich nicht so penetrant in den Gehörgang. Andererseits mangelt es an herzerweichenden Melodien a la Jimmy Eat World. Nada Surf klingt irgendwie … ja, wie eigentlich? Wie Nada Surf, aber anders. Diesmal zumindest. Alles ist ein bisschen ruhiger, schöner, abwechslungsreicher, besser. Da haben wir die üblichen Uptemo-Nummern, einen Pseudo-Discotizer, einen Song über Fruchtfliegen (ja, wirklich!), eine Ode an Bob Dylan und natürlich Zucker-Herzschmerz-Songs. Wäre ich jetzt Verkäufer bei QVC, dann würde ich dieses Schmuckstück wahrscheinlich zu einem Hammer-Mega-Preis im Paket mit der Gartenkralle anbieten, die Anschaffung lohnt sich aber auch so.

Kai Wehmeier

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