Audioslave - Out of Exile

Ich muss zugeben, dass ich die Trennung von Rage against the Machine nie wirklich gut überwunden habe. Somit war ich auch nie ein Befürworter der Formel, nach der 3/4 R.A.T.M und 1/4 Soundgarden eine gute CD ergibt. Sicher, das Erstlingswerk von Audioslave hatte seine schönen Momente und an so mancher Stelle blitzte sogar noch das ungezähmte Rockmonster vergangener Tage auf.
Out of Exile hingegen entpuppt sich als musikalischer Streichelzoo. Der Opener Your Time has come lässt einem noch einen Funken Hoffnung, dass doch noch alles gut wird; zu vertraut klingt das Gitarrenspiel Tom Morellos, dem man es zu verdanken hat, dass dieses Album überhaupt in manchen Momenten der Mittelmäßigkeit entschwebt. Out of Exile, der zweite Track nimmt schon ein wenig Würze raus und der Rest der CD rumpelt in Chris Cornells Singsang dahin. Im Gedächtnis bleibt davon selbst beim zweiten und dritten Mal Hören nichts. Die Songs sind wie Zuckerbrot und Peitsche: Ab und an bekommt man einen musikalischen Lichtblick zu hören, der sich dann aber ganz schnell als der Einheitsbrei entlarven lässt, den man hier die meiste Zeit in die Ohren geschmiert bekommt. Gerade bei Songs, wie Man or Animal oder Drown Me Slowly bekommt man das Gefühl, hier wäre mehr drin gewesen, hätte man den Sound nicht von Produktionsseite dermaßen glatt gebügelt, dass von der instrumentalen Rohheit am Ende nicht viel übrig bleibt.
Im Vergleich zu anderen vermeintlichen “Rockgrößen”, wie z.B. Nickelback oder Staind spielt dieses Album ohne Frage in einer anderen Liga. Aber von der geballten Rockhistorie, die sich hier an den Instrumenten befindet, kann man einfach viel, viel mehr erwarten als diese am Ende belanglose und enttäuschende CD.
Was macht eigentlich Zack de la Rocha dieser Tage? Vielleicht ist eine R.A.T.M.-Reunion der Weg aus dem musikalischen Dilemma… Man wird ja wohl noch träumen dürfen.
Jean-Christophe Bocquier
Offizielle Homepage:
http://www.audioslave.com/