System Of A Down - Mezmerize

Montag, 22. Mai, 2006 at 3:23 Uhr nachmittags (Rezensionen, Rock)

Nachdem „Toxicity“ bei vielen Hörern Jahrhundert-Geltung erlangt hatte, machten System Of A Down mit dem (lang ersehnten, eifrig erwarteten) Nachfolger alles richtig. Sie variierten ihren Stil gerade in dem Umfang, der noch nicht als Umorientierung, aber auch längst nicht als Auf-der-Stelle-stehen gewertet werden konnte, und schufen gerade mal elf Stücke, die es dermaßen in sich hatten, dass man ihnen die kurze Spielzeit – ähnlich wie vor zwanzig Jahren bei Slayer – kaum vorwerfen mochte. System Of A Down als die hoffnungsvollsten Vertreter des modernen Metal zu bezeichnen ist nicht ganz ungerechtfertigt. Aber es sollte bei solchen schnell dahingeworfenen Statements beachtet werden, dass sie streng genommen Vertreter einer Musik sind, die einzig und allein von ihnen selbst gespielt wird. Niemand sonst einverleibt derzeit eine solch eloquente Vielfalt an Ideen in seinen Songs und schafft es kompromisslos, die entsprechenden Zielgruppen wunschlos glücklich zu machen, ohne die schwierige „Die Hard“-Fanfraktion zu vergraulen, die nicht auf Eklektizismus und Postmoderne steht. Dabei bleibt die Band im Unterschied zu „Toxicity“ auf „Mezmerize“ immer im melodiösen Bereich und schränkt die Brachial-Attacken auf ein songdienliches Niveau ein. Der gestandene Rocker genießt hier den Highlightrefrain von „Sad Statue“ und schunkelt noch zum flockigen ‚armenian theme’ von „Radio/Video“. Schräg ist das alles. Sehr schräg. Und es macht von vorne bis hinten Spaß. System Of A Down bleiben weiterhin neu.

Henning Baucke

Offizielle Homepage:
http://www.systemofadown.com/

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