Audioslave - Revelations

Mittwoch, 13. September, 2006 at 9:42 Uhr vormittags (Rezensionen, Rock)

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Gerade mal ein Jahr ist es her, dass Audioslave ihren zweiten Longplayer Out of Exile an den Start gebracht haben. Die Enttäuschung nach dem vielversprechenden Debüt wog seinerzeit schwer. Und sicherlich wiegt ebenso schwer auch immer noch die Tatsache, dass Chris Cornell nicht Zack de la Rocha ist. Vielleicht ist es nun beim dritten Album Revelations aber auch endgültig der Punkt gekommen, an dem man sich von Rage against the Machine verabschieden und Audioslave als das ansehen sollte was es ist: Eine Fusion von großartigen Musikern, die zwar noch in Grundzügen an ihre vergangenen Bandmitgliedschaften erinnern, jedoch vielmehr auf Eigenständigkeit bedacht sind als auf eine Kopie von Erfolg durch eine Kopie ihrer selbst.
Demnach sollten Menschen, die Audioslave noch nie mochten, trotzdem aber auf eine Wiedergeburt von R.A.T.M. warten, auch hier die Finger bei sich behalten. Neben Cornells markanter Stimme ist es vor allem mal wieder Tom Morellos Gitarrenspiel, das sämtliche Songs dominiert. Statt jedoch ein Akkordfeuerwerk abzubrennen, bleibt sein Sound sehr ausgewogen und erstaunlich funky. Schon im Opener Revelations vermengen sich langsame Passagen mit harten Riffs und der Song verbreitet Lust auf das was da noch kommen mag. Und das weiß wirklich zu gefallen. Man merkt dem Album regelrecht an, dass Audioslave schon eine Zeitlang mit dem Material auf Tour waren. Die Tracks wirken sehr ausgereift und das groovig-funkige Schema der Songs funktioniert perfekt ohne, dass Stakkatos und betonharte Gitarrenwände außen vor bleiben. Einen Faux-Pas findet man auf dem Longplayer nicht einmal im Ansatz. Tom Morello liefert auf Revelations wohl seine beste Leistung seit The Battle of Los Angeles ab.
Inhaltlich die größte Überraschung ist, dass statt wie bisher nur in der Schublade „Cornells kleine Anekdotensammlung“ herumzukramen auch politische Themen zum Ausdruck kommen. So setzt sich etwa Wide Awake mit dem Desaster auseinander, das Hurricane „Katrina“ in New Orleans hinterlassen hat und dem damit verbundenen gelähmten Engagement der Bushregierung.
Eine Offenbarung, wie der Albumtitel suggerieren mag, ist Revelations nicht. Nichtsdestotrotz ist es jedoch ein hervorragendes Rockalbum. Nichts für die einsame Insel, aber auf jeden Fall ein musikalischer Genuss, der sich insbesondere durch das Genie Tom Morellos definiert, das immer besser mit dem Gesang Chris Cornells harmoniert.

Jean-Christophe Bocquier

Offizielle Homepage:
http://www.audioslave.com

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