The Secret Machines - Ten Silver Drops

Es gibt nicht viele Beispiele für Musiker, die dadurch besser wurden, dass sie ihre Ecken und Kanten abschliffen. Im Gegenteil: Diese Entwicklung brachte uns die Solokarriere von Phil Collins ein, den Golf „Pink Floyd“ und Gruppen wie Asia oder Starship. Grund zur Unruhe also bei The Secret Machines. Zwar ist deren Ten Silver Drops weit von der Simplizität entfernt, die besagte Künstler am Ende ihrer Karriere erreicht hatten. Aber erste typische Anzeichen von Gefälligkeit zeigen sich schon hier.
So geht es auch mit Alone, Jealous And Stoned zuckersüß los. Wie auf dem Vorgänger Now Here Is Nowhere versammeln sich Melodietürme über gleichbleibenden Rhythmen zu circa sechsminütigen Schallorgien. Aber diesmal verläuft alles ein bisschen gemächlicher. Die Stücke sind einerseits eingängiger geworden, andererseits behäbiger, und so wirken sie über die 45-Minuten-Distanz durchaus einlullend. Also kleiner Tipp: Um nicht einzuschlafen, laut aufdrehen!
Die Tatsache, dass alle Stücke mehr oder minder gleich klingen, liegt nicht zuletzt an ihrer wirklich konsequent gleichen Rhythmik. Dies lässt sich natürlich positiv auffassen, indem behauptet wird, dass gerade diese stringente Gleichheit den Hörer in seinen Bann zieht. Im Negativen ist ein ewiger Gleichklang aber einfach nur ein ewiger Gleichklang und somit auch ein bisschen langweilig. Deswegen lassen sich auch kaum einzelne Lieder herauspicken. Bis auf die letzten beiden: Die sind nämlich Balladen.
Natürlich ist die Repetition ein Stilelement des Psychedelic Rock – und als solches durchaus bewährt. Aber The Secret Machines machen kein Psychedelic. Sie schreiben opulent rockende Popsongs, die sie mit einigem Geschwurbel auf Überlänge ausdehnen. Dabei sind die Rhythmen träger als es die schönen Melodien zulassen. So plätschert Ten Silver Drops ohne rechte Höhe- und Tiefpunkte von vorne bis hinten durch; und einen Hit wie Nowhere Again vermisst das Album sowieso. Aber die verstärkte Melodieseligkeit verbreitet immerhin ein angenehmes, nebensächliches Wohlgefallen im Raum, ist also - kurz und bündig gefasst - nett anzuhören.
Henning Baucke
Offizielle Homepage:
http://www.thesecretmachines.com/
JaCa sagte,
Montag, 2. Oktober, 2006 um 1:42 Uhr vormittags
“Alicia Keys ist die perfekte Einleitung für diesen anderen Gedanken. Angeregt durch diesen Text, bin ich schlichtweg empört über mich selber, dass ich der Musik, die meinen, zugegeben noch nicht soweit fortgeschrittenen, Lebensweg begleitet hat den völlig naiven, ignoranten und reduzierenden Namen - Black Music - gegeben habe. Ja, Black Music ist ein offizieller, allgegenwertiger und kaum angezweifelter Begriff , aber eigentlich doch total abwertend…” —>
http://www.24-7-mainstream.de/?p=41