Dover - Follow the City Lights

Müsste ich meinen Zustand nach dem letzten Besuch auf einem Dover-Konzert in einem Wort beschreiben, würde ich wohl den Begriff „Zerrockt“ wählen. Das Temperamentbündel in Form der kettenrauchenden und sich mit der Gitarre auf dem Boden wälzenden Sängerin Cristina Llanos hatte mir mit ihrer Band einen Konzertabend geboten, an den ich mich noch immer gerne zurück erinnere. Selten hat mir ein Konzert soviel nachhaltige Freude bereitet; noch Wochen später liefen Dover CDs in massiver Heavy Rotation in meinem CD-Player und haben sich bis heute noch nicht totgespielt.
Nun liefern die vier Madrilenos neues Futter in Form von Follow the City Lights. Schon im Vorfeld war bekannt geworden, dass sich die Band stilistisch ein wenig gewandelt hätte. Das muss ja erstmal nichts schlechtes sein. So habe ich mich dann auch erstmal gar nichts dabei gedacht als ich das Cover der CD zum ersten Mal erspähte und mich dieses doch arg an die letzten Comicvideos der französischen Elektroniktüftler von Daft Punk erinnerte. Nach den ersten Takten des ersten Songs Let me out fiel mir jedoch schon die Kinnlade runter. Ist das da im Hintergrund etwa ein elektronischer Beat, wurde über die sonst so wuchtige Stimme von Sängerin Cristina etwa ein Verzerrungsfilter gelegt? Wäre der Song nicht die erste Singleauskopplung von Follow the City Lights, hätte ich mir an dieser Stelle auch noch nichts gedacht und das ganze als etwas eigenwilligen Opener abgetan. Statt entspannten Durchhörens der CD war nun Aufmerksamkeit vonnöten, was da noch folgen mochte. Der erste Durchgang glich einer Qual. Poppiges Discogerocke (wobei die Betonung auf „poppiges“ liegt), elektronisches Hintergrundgedudel, ein paar Balladen und der völlige Verlust des Stils, der die Band ausgezeichnet hat. Nur in wenigen Momenten blitzte noch etwas von dem rohen Temperament auf, mit dem sich Dover einst in meine Ohren gerockt haben; nicht einmal der Rede wert. Stattdessen gibt es vor Langeweile strotzende, dahin plätschernde Songs ohne Höhepunkte.
Auch ein zweiter und dritter Hördurchgang konnten den ersten schlechten Eindruck nicht schmälern. Dieses Album ist nicht das was man sich unter dem Begriff „musikalische Weiterentwicklung“ vorstellt. Nicht, wenn eine Band auf sämtliche ihrer Stärken verzichtet zugunsten von vermeintlich kontemporären Musiktrends, die in etwa die Haltbarkeit eines Schneemanns im Hochsommer haben.
Die bisherige musikalische Enttäuschung des Jahres.
Jean-Christophe Bocquier
Offizielle Homepage:
http://www.dovercitylights.com/
Roman sagte,
Donnerstag, 2. November, 2006 um 6:36 Uhr nachmittags
100% Agree.
Mir wurde schlecht, ich musste weinen. Dover waren so cool. SO cool. Ich hatte mal 3 Tage Tinnitus nachm Konzert im Logo.
Und jetzt sowas. Schade. Ich weiss nicht, ob ich die Musik oder die Klamotten schlimmer finden soll. Amparo sieht aus wie Nicole Richie.
Nichts gegen Elektorock. Aber das muss doch nicht Dover machen.
Wie sollen denn die Konzerte in Zukunft aussehen? Set 1 die neuen Sachen, Pause, Publikum auswechseln,Set 2 die alten Dinger?
Fuck.
Kathrin sagte,
Sonntag, 5. November, 2006 um 8:22 Uhr nachmittags
Kann mir jemand sagen, wann das neue Album auf dem deutschen Markt erhältlich ist?
Danke!
Hi Kathrin,
Leider können wir Dir momentan auch nicht mehr dazu sagen. Das Album ist zumindest in Spanien bereits erschienen, in Deutschland scheint es bisher nicht erhältlich zu sein, nicht einmal über einschlägige Webshops. Wenn wir einen VÖ-Termin erfahren, werden wir in hier posten.
Gruß,
Die Mixtape-Redaktion
Christoph Schrader sagte,
Samstag, 11. November, 2006 um 6:33 Uhr nachmittags
Ich bin selber großer Dover-Fan. Der Imagewandel ist vollzogen. Ich finde die neuen Songs super. Und die Gewänder in denen sie stecken sind wirklich sehr anders geworden. Das stimmt schon. Mich erinnert es an neue Produktionen von Madonna.
Mich überzeugen im Gegensatz zu Madonna allerdings auch die Songs, den Opener eingeschlossen ,der wirklich alles liefert, was alte Dover Hits auch liefern konnten: Ein super Refrain, ein exzellentes Gitarrenriff, eingängiger Text. Ich möchte hier nur mal erwähnen, dass der Song im spanischen Radio in den Wunschlisten führt.
Ich war auch mit Dover im alten Stil zufrieden, aber das neue Album als Abklatsch von kurzläufigen Trends abzutun finde ich unfair, da an diesen 10 Songs und deren Produktion mehr als 2 Jahre gearbeitet wurde.
Wie sich die Band anzieht, ist nicht der Rede wert. Ich werde mir das Album kaufen, auch wenn ich das Cover, und das ist auch die einzige Kritik von meiner Seite, zum Brechen finde.
Ich bin natürlich gespannt wie sich Dover direkt verändert haben, die neue Liveumsetzung erwarte ich mit großer Vorfreude.
Matthias sagte,
Dienstag, 21. November, 2006 um 11:46 Uhr vormittags
Ne ne ne, da muss man dem Herrn Bocquier einfach Recht geben. Das Album ist wirklich Rotz. Vor 10 Jahren hätte man vielleicht noch sagen können - aha, interessant diese Fusion aus konkretem Spanier-Rock und Euro Dance. Bestenfalls interessant, wohl gemerkt. Und wenn sich heute Old-Schooler in Richtung Elektro bewegen, wäre ich auch der letzte, den das stören würde. Ich mein, irgendwo waren Dover in der melodischen Essenz schon immer recht poppig - aber musikalisch und soundmäßig hat’s einfach durchgehend immer gerockt und jedes Album war ein Garant für Hits. Aber die Beats und Synthie-Arrangements auf “City Lights” sind einfach billig. Ich schließe mich an: gemessen an meinen Erwartungen die musikalische Enttäuschung des Jahres.
Felix sagte,
Dienstag, 28. November, 2006 um 12:11 Uhr vormittags
Das neue Album von Dover ist zum weinen und schreien. Jeder der den alten “dreckigen” geilen Sound von Dover mochte kann diese neue Kommerzscheisse einfach nur zum Kotzen finden.
Sorry the new Dover is Dead
Vamy sagte,
Sonntag, 17. Dezember, 2006 um 12:52 Uhr vormittags
Hmmmm
War erstmal ziemlich geschockt. Wollte auch weinen und habe dann gedacht, dass wird noch. Der Opener ist ja noch erträglich, auch schon irgendwo cool,wenn er denn alleine da stände. Aber leider folgt diesem Song dann ein immer beliebigeres Gezuppe, dass es nur so weh tut. Umso mehr, da stimme ich den Vorrednern auch zu, als dass öfter mal,ganz kurz, die alte Brillianz durchschimmert. Zwischen diesen unsäglichen Verzerrungen. Oh Gott. Ich werde wieder ein Stück älter, weil ich immer nur die “Alten Sachen” höre. Jetzt weine ich.
Little_Crazy sagte,
Sonntag, 17. Dezember, 2006 um 4:06 Uhr vormittags
So nun ich!
Naja als alter Dover Fan der auch älter wird war ich natürlich auch etwas erschrocken über den neuen Stil von Dover!!! Wobei die Betonung mehr oder minder auf erschrocken liegt!!
Aber dieses Album gibt mir erstmal nen Bleifuss (immerhin schon 3 Blitzlichter seit es draussen ist und immerhin 50 € weniger im Portemonaie.
ABER:
Wie oben schon mal anders formuliert!!! Ich bin mehr als gespannt auf die LIve Performance!!! steht da nun ein DJ um sich ne feuchte schlipper zu rubbeln und den CD sound 1:1 live zu bringen oder läuft alles anders!!!????
Tragen sie jetzt “Nicole Richie” Kleidung auf der Bühne und brechen sich dank der Schuhe alle Knochen noch vor dem 2ten Lied oder bleibt das outfit!!!
Aber das wichtigste ist (das gilt auch für Dover und Musik und Image und und und…#
LEBEN UND LEBEN LASSEN UND DABEI ENTWICKELN NET VERGESSE!!!!
SirDomsen sagte,
Dienstag, 16. Januar, 2007 um 10:36 Uhr nachmittags
Hi,
schließe mich (obwohl ich bisher das Album nicht hab - nur Probegehört auf der Seite) der Meinung an. Dover war früher besser. Eben anders. Ich fand ein paar Songs zwar vom Ersteindruck her schon OK, werden sich aber sehr schnell tothören denk ich. Hört sich alles ein bischen nach den “The Sounds” an. Aber die haben schon immer elektro”rock ” gemacht.
Schade.
girasol sagte,
Dienstag, 30. Januar, 2007 um 10:05 Uhr nachmittags
hallo.
als ich erfahren hab das dover ein neues album rausbringen,war ich natürlich mega gespannt. als erste kam der schock das alvaro aus der band ging und samuel dazu kam. schon da hab ich mir so meine gedanken gemacht und etwas gezittert.irgendwie hatte ich das gefühl das mit ihm ein stilwechsel vor der tür steht.schließlich war er bei “sperm” der sänger und irgendwie konnte ich mir nicht so ganz vorstellen das er auf einmal brav hinter seinem bass bleibt und nix mehr sagt. irgendwann hab ich dann mitbekommen das es eine neue homepage gibt und das man da die songs probehören kann.im ersten moment hab ich gestutz und gedacht “naja,die wollten halt mal was andres ausprobieren,das nächste lied ist bestimmt besser.” banges warten,nächstes lied…schock. ich war echt mega erschrocken und mir standen tränen in den augen. seit jahren sind dover musikalisch meine absoluten favoriten und sobald jemand auch nur ein schlechtes wort gegen ihre musik gesagt hat, bin ich ihm an die kehle gesprungen. meine absoulute lieblingsband.und das vorallem wegen der musik.klar, die musiker hinter den instrumten findet man dann auch toll,aba die musik ist das wichtigste.als ich sie 2005 in HH live gesehen hab,war noch alles gut.wir haben mit ihnen erzählt und amparo hat uns begeistert erzählt das sie das neue album auch in deutschland auf den markt bringen wollen,möglichst gleichzeitig mit dem erscheinungsdatum in spanien.bei dem konzert gab es ja auch schon eine kostprobe von salvation. das klang echt super.
aber was soll das denn jetzt bitte? immer wieder haben sie beteuert wie toll die deutschen fans wären und das sie so froh sind das die fans so treu sind und das immer so viel zu den konzerten kommen. aber mit diesem disco-scheiß jagen sie uns doch bis nach timbuktu! wo sind die riffs,gitarrensolos,cris´ kratzige und tortzdem wahnsinnig tolle stimme,jesus´ drumbeats???? das hört sich an als ob cris das album nur mit dem produzenten und nem computer gebastelt hat.
die frage nach konzerten hat sich mir auch gestellt. gleichzeitig mit der nachricht von nem neuen album hat sich bei mir die hoffnung nach nem gig in deutschland eingestellt und ich hab schon angefangen zu sparen. bei youtube hab ich gesehen wie ein gig jetzt ablaufen könnte.da kann man ihren auftritt in einer tv-show sehen. amparo, jesus und samuel stehen bzw. sitzen ziemlich nutzlos an ihren instrumenten da alles playback ist und cris hampelt wie ein aufgeputschtes disco-püppchen umher. da kann man nur noch heulen.
aber trotz dieser großen enttäuschung bleib ich ihnen treu. sie sind und bleiben meine lieblingsband,auch wenn der musikstil zur zeit absolut nicht das ist was ich gerne höre und was für mich dover ist. aber das letzte lied auf dem album, “shine on me” , gibt mir hoffnung. cris´ stimme so typisch und wunderbar wie ich es kenne, ein bisschen acustische gitarre, das schlagzeug klingt sogar echt. es gibt also noch hoffnung das die vier sich nur mal austoben wollten, einfach mal was neues probieren. hoffen wir das sie ihren weg zurück in die kleinen clubs finden. vielleicht stellen sie schon bald fest das es viel mehr spaß macht live zu spielen, sich auf die bühne zu schmeißen und abzurocken, als zu nem playback brav im takt zu hüpfen bzw. zu hampeln.
ich werde mir das neue album kaufen, falls es jemals in deutschland rauskommen sollte.und wenn das nächste album (falls es eines gibt,ich vermute das ein großteil der fans nach diesem mist keinen bock mehr auf sie hat und wer keine fans hat kann kein album rausbringen, es sei denn die ganzen discomenschen fahren drauf ab) noch immer in diesem stil ist, dann fahr ich höchst persönlich zu cris und amparo nach hause und stelle sie zur reden!
keep on rockin´!
girasol
Antje sagte,
Dienstag, 20. Februar, 2007 um 11:34 Uhr nachmittags
hätte nie gedacht das dover komerz wird :/ bin ein wenig entäuscht. dover, die band mit der frontfrau, der es egal war wie viele löcher ihr pullover hatte oder welche menschen um sich herum, sie anspuckt…. werden sie irgendwo im norden spielen, werde ich desto trotz hinfahren….
Foo sagte,
Samstag, 31. März, 2007 um 4:00 Uhr vormittags
Omg iund ich träumte immer von einem Dover konzert., aber nach dem hören dieses Albums … nicht mehr.
Das hat doch überhaupt nichts mehr mit dem alten sound von Dover zutun.
Zielgruppe 14
Jan sagte,
Freitag, 29. Juni, 2007 um 2:54 Uhr nachmittags
Ich habe nichts gegen musikalische Veränderungen. Von mir aus könnte Dover auch eine Elektro-Band werden.
Aber muss es denn wirklich SO billig produziert sein? Das kann man auch nicht mehr unter “Trash” durchgehen lassen. Das klingt nach polyphonen Handy-Klingtönen :-(!!!
Torsten sagte,
Freitag, 13. Juli, 2007 um 12:37 Uhr nachmittags
Sie hätten sich halt besser vorher umbenennen sollen….
…dann hätte ich vielleicht andere Erwartungen gehabt
Als normales Pop-Album ist es tatsächlich durchaus erträglich, aber Dover ist (oder war???) halt keine normale Pop-Band… Was habe ich den alten schrammeligen Stil schätzen gelernt, und wo ist der hin??? Ich habe ja wirklich nichts gegen Weiterentwicklung, sonst wäre jede noch so tolle Band irgendwann langweilig. Aber das hier ist keine Entwicklung, da hat jemand die Säge ausgepackt und einen radikalen Bruch vollzogen. Mir fehlen die Worte, und deshalb hör ich jetzt auch auf…
Fazit: sie werden schon wissen, warum die neue Homepage kein Gästebuch hat…
René sagte,
Sonntag, 2. Dezember, 2007 um 2:32 Uhr nachmittags
Das Album ist okay. Nichts besonderes. Aber der hier subjektiv geäußerte Unmut resultiuert ja hauptsächlich aus entäuschten Eigenerwartungen und gewissen konservativen Vorstellung, von Beständigkeit, eines bekannten Stils in dem Fall von dieser Band.
Abgekoppelt vom Kontext, dem historischen, betrachtet, ist das ein solides Synthie-Pop Album. Alleine der Kontext gibt manchen Anlass einen pfaden Geschmack zu verspühren.
Würde dem Album an an sich 9/15 Punkten geben.