Damien Rice - 9

Dienstag, 2. Januar, 2007 at 6:59 Uhr nachmittags (Rezensionen, Rock)

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Damien Rice liefert mit seinem zweiten Album 9 den Soundtrack für eine melancholische Stunde, sieben Minuten und 41 Sekunden. Wie auch schon auf seinem Debüt O singt Rice leidenschaftlich im wahrsten Sinne des Wortes. Begleitet wird er dabei nicht nur von der üblichen Besetzung einer Band (also Gitarre, Bass, Drums, Backgroundsängerin), sondern auch noch Cello und Geige. Seine Stimme klingt wie eine Mischung aus David Grey und Bright Eyes und auch musikalisch lassen sich Ähnlichkeiten nicht von der Hand weisen. Rice Lieder erzählen von Liebe, die enttäuscht hat oder selbst verraten wird. Diese Aussage lässt sich vermutlich über die meisten Lieder aus dem Genre Singer-Songwriter-Folk/Alternative treffen. Anders als die meisten seiner Kollegen klingt der Ire jedoch niemals aalglatt oder gar kitschig, selbst dann nicht, wenn der sprichwörtliche Himmel voller Geigen hängt (The Animals Were Gone). Mit seiner Stimme führt er auf 9 nahezu jede denkbare Facette der Verzweiflung vor: Leise und gebrochen oder aber laut und dem Schmerz entgegenschreiend (Coconut Skins, Me, My Yoke Ad I) - Musik als Katharsis. Das einzig Überflüssige an 9 ist die gut zehnminütige Resonanz eines Tones am Ende des letzten Stücks – Bonustrack kann man das wohl kaum nennen, Klangkulisse ebensowenig. Das ist jedoch nur ein kleiner Wehrmutstropfen, der dem Album ansonsten keinen Abruch tut. Schließlich kann man ja die Stop-Taste betätigen. Oder wieder zum Anfang, 9 Crimes, springen.

Fazit: Wer einer kleinen winterlichen Depression etwas Gutes tun will, sollte den Kauf von 9 ernstlich in Erwägung ziehen.

Solveig Wrage

Offizielle Homepage:
http://www.damienrice.com/

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