The Cooper Temple Clause - Make This Your Own

Dienstag, 13. Februar, 2007 at 8:29 Uhr vormittags (Rezensionen, Rock)

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Auch auf ihrem dritten Album, Make This Your Own, schaffen es The Cooper Temple Clause zu überraschen. Dass die Überraschung diesmal aber eine negative ist, wird die fünf Musiker wahrscheinlich nicht stören. Der kommerzielle Erfolg scheint vorprogrammiert.Die Misere des neuen Albums ist abzulesen an Einsatz und Mimik des ehemaligen Chefvokalisten Ben Gautrey. Wer die frühen Cooper Temple Clause gesehen hat, damals, als noch keiner sie sehen wollte, der wird den Wink verstehen. Wie ein zugedröhnter Irrer schlich der dünne Wirre von links nach rechts über die Bühne und zerstörte dabei alles, was sich ihm in den Weg stellte, egal ob es ein unschuldiger Blumentopf oder ein simpler Holzklotz war. Dabei schien Gautrey seine Verbitterung über die Welt hinauskotzen zu wollen. Panzer Attack und Filmmaker gehören zu den Stücken, die dieses frühe Bild der Band prägten. Mittlerweile steht Gautrey regungslos am Mikro. Euphorie sieht anders aus. The Cooper Temple Clause war eine Band, die durch das unperfekte, rotzige und den Mir-doch-alles-Scheißegal-Stilmix eine besondere Aura um sich herum kreieren konnte. Dann stieg Bassist Didz Hammond aus der Band aus und Ben Gautrey musste sich die Frontvokals mit zwei anderen Mitstreitern teilen. Make This Your Own ist das Produkt dieser Entwicklung.

Am Anfang des Albums stehen drei Songs, die gut und gerne auch auf den ersten beiden Alben einen Platz gefunden hätten, dort aber mit Sicherheit nicht weiter aufgefallen wären. Dafür sind Damage, Homo Sapiens und Head in Ihrer Essenz letztendlich zu glatt produziert. Zusammen mit All I See is You bilden sie aber die besten Songs, die Make This Your Own zu bieten hat: Harte Gitarren oder sphärische Soundteppiche, abrupte Laut-Leise-Schwankungen und die Gewisse Portion Großkotzigkeit treffen auf bittere Vocals. Die Instrumente werden durch die Gegend gereicht, jeder darf mal alles. Wenn er Lust hat, natürlich.

Leider schließen die Tiefpunkte des Albums direkt an den viel versprechenden Beginn an: Connect ist ein einfacher 80er-Jahre-Pop-Song mit viel Synthieplingplang. Waiting Game ist Gitarrenpoprock á la Snow Patrol, Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Bridge usw. Sehr einfallsreich. What Have You Gone and Done sticht in genau die gleiche Wunde und Take Comfort ist ein kleiner, fast fröhlicher Akustikfolkschunkler. Ja, tatsächlich, die Rede ist hier immer noch von Make This Your Own, dem neuen Album von The Cooper Temple Clause. Dass diese Reihe an Songs gerade nicht von Ben Gautrey gesungen wird, sondern von Tom Bellamy und Daniel Fisher soll zwar nur am Rande von Bedeutung sein, illustriert aber die Misere der Platte.

Damit nun kein komplett falsches Bild entsteht, sei gesagt, dass Make This Your Own in seiner Hinwendung zum Pop und seine Liebäugelei mit den Charts beileibe kein schlechtes Album ist. Es sind professionell und glatt produzierte, sehr aufgeräumte Songs, die das Klangbild des Album bestimmen. Wem aber die anarchischen, frühen Cooper Temple Clause ans Herz gewachsen sind, der darf doch wohl auch enttäuscht sein. Und Make This Your Own ist, gemessen an dem, was die Band war und was sie seien könnte, eine Enttäuschung.

Kai Wehmeier

Offizielle Homepage:
http://www.coopertempleclause.co.uk/ 

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