Amy Winehouse - Back to Black

Betrachtet man sich die Bilder des Booklets zu Back To Black, so fallen einem eine ganze Menge Assoziationen ein. Ist Amy Winehouse nur ein billiges Freudenmädchen oder wahlweise ein englisches Prügelweib? Diese Frau – viel zu dick geschminkt, viel zu viele Tatoos, zickig, aggressiv, sexy – soll das neue Popsternchen aus England sein?
Auch die Biographie sticht in eine ähnliche Wunde: Alkoholkrankheit, Bulimie und was es sonst noch so auf dem Markt gibt soll Madame Winehouse schon alles durchlebt haben, bzw. gerade durchleben. Schlechte Scherze mit ihrem Nachnamen verbieten sich da natürlich von selbst. Meine Güte, die Frau ist Anfang 20, Respekt. Was Amy Winehouse dazu zu sagen hat? „I told you I was trouble, you know that I’m no good” singt sie im Song You Know I’m No Good, der sich ein wenig anhört wie eine warme Version eines Portishead-Songs.
Ihre Alkolabhängigkeit hat sie zum Thema der ersten Singleauskopplung gemacht: Rehab. Die alkoholkranke Amy soll von Freunden und Familie zum Entzug geschickt werden. Winehouse erwidert mit einem deutlichen „No, No, No“. Das Krankheitsbild beschreibt der behandelnde Arzt so: „I Think You’re Depressed“, die Patientin fügt an „Yeah, Baby, and the Rest“. Amy Winehouse weiß um Ihre Probleme und suhlt sich darin. Weitere Höhepunkte des Albums sind Me & Mr Jones, ein Song, der sich in seiner souligen Nonchalance anhört, als hätte er auch vor 60 Jahren im US-Radio laufen können. Just Friends und Back To Black sind zwei jazzigere Soulnummern mit viel Pop, die, wenn man es nicht besser wüsste, Amy Winehouse zumindest stimmlich als Enddreißigerin entlarven würden. Das wird wohl dem Alkohol zuzuschreiben sein.
Leider verfranzt sich Back To Black gen Ende in sich selber, in einer ähnlichen Idee und den gleichen Themen und wirkt etwas belanglos. Was bei einer Spielzeit von knapp 30 Minuten natürlich kein gutes Zeichen ist. Trotzdem: wem Lily Allens Attitüde zu teeny als Gesamtpaket und Norah Jones’ zu brav und sanft ist, der sollte ruhig schon einmal ein Ohr riskieren. Back To Black von Amy Winehouse könnte sich als überaus positiver Glücksgriff erweisen.
Kai Wehmeier
Offizielle Homepage:
http://www.amywinehouse.co.uk/
Alex Klomfar sagte,
Montag, 25. Februar, 2008 um 2:39 Uhr vormittags
Frau Winehouse auf Ihr Suchtproblem zu reduzieren ist sehr billig und in der dargebrachten Art auch recht niederträchtig. In Ihrem Alter wären wir höchstwahrscheinlich alle der einen oder anderen Sucht erlegen. Frau Winehouse wird Musikgeschichte schreiben (Sie Herr Wehmeier höchstwahrscheinlich nicht). Ich höre die Musik von Frau Winehouse mit grösstem Vergnügen und Respekt. Selbstverständlich bin ich in Sorge um Ihre Gesundheit und Ihr Leben und ich wünsche Ihr alles Gute für die Zukunft, aber Ihnen wünsche ich dass Sie der Blitz beim Scheissen erschlägt (so sagt man bei uns in Wien)
Herr Wehmeier Sie sind ein echter Arsch !
Alex Klomfar (Perkussionist)