Washington - Astral Sky

Mittwoch, 18. April, 2007 at 9:02 Uhr vormittags (Pop, Rezensionen)

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Aus dem Werbetext für die CD: „Zweites Album des norwegischen Trios. Noch größer, noch weiter, noch besser als der ohnehin schon bewegende Vorgänger.“ Etwas kleiner, etwas enger, leider etwas schlechter als der wirklich bewegende Vorgänger.

 

 

A New Order Rising hatte dieses Frische, diesen Mut zu etwas mehr, wie ihn oft nur Debütalben haben. Allein der achtminütige Opener ließ einem mit seiner wahrhaft unendlichen Weite seinerzeit das Herz aufgehen. Den Mut zu einer solch musikalischen Stringenz hat das Trio aus Norwegen, bestehend aus Rune Simonsen (Gesang, Gitarre), Esko Pedersen (Schlagzeug) und Andreas Hoyer (Bass), leider nicht mehr aufgebracht - keine weit ausladenden großen Klangpaletten mehr, die durchaus der klischeehaften Weite skandinavischer Landschaften entsprechen könnten. Einzig Track 4, Astral Sky, lässt den weit ausholenden Gestus der ersten CD aufschimmern und eröffnet als erster von drei aufeinanderfolgenden Tracks die Höhepunkte des Albums. Vaults erweitert den grundsätzlichen traditionell norwegischen Folkpop-Duktus Washingtons um einige gegenwärtige typisch britische Rhythmisierungen. Etwas Besonderes ist dieser Song auch, weil die immer den lang gehaltenen Ton suchende Stimme Rune Simonsens hier im Gitarrenpart auf einen in der Stärke fast ebenbürtigen rhythmischen Gitarrenpart trifft. Eine spannende und sehr hörenswerte Mischung.

In Aftermath erobert sich die Stimme Rune Simonsens aber gleich wieder seinen vorherrschenden Platz zurück und setzt sich in ruhigen folkigen Gewässern über die sanft gezupften Mandolinenrhythmen und die melodiebestimmenden Violinparts.

 

Eines sei hier gleich noch einmal gesagt: Wer eine tonhaltende höhere Stimme nicht mag, der sollte sich von Washington fernhalten. Aber selbst für diejenigen, die diese Art der Stimmführung mögen, ist auf dieser CD womöglich doch zuviel Stimme. Es ist mitunter recht anstrengend über die 40minütige Albumdauer zuzuhören. Wäre das Songwriting - etwas weniger Stimmdominanz und mehr instrumentale Stärke - so gut wie auf dem ersten Album oder in den drei beschriebenen Songs des aktuellen Albums, wäre dieser Stimmüberdruss wohl nicht eingetreten. I Lost My Way heißt denn auch der letzte Song der CD. Ein übergreifendes Motto lässt sich aus diesem Titel nicht ableiten – Astral Sky ist allenfalls etwas schwächer als sein Vorgänger. Finden sie es wieder auf ihrem Weg?

 

Mike Beilfuss

 

Offizielle Homepage:

http://www.washington.no

 

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