Bigbang - Too Much Yang

Freitag, 25. Mai, 2007 at 3:24 Uhr nachmittags (Rezensionen, Rock)

 

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Zu den Neuentdeckungen der großen norwegischen Musikszene können Bigbang nicht mehr gezählt werden. Seit mittlerweile knapp 15 Jahren treibt die Band in munter wechselnder Besetzung ihr Unwesen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte unter anderem Christer Engen, dem Einen oder Anderen sicher von Turbonegro bekannt. Musikalisch haben Bigbang mit Turbonegro allerdings genau so viel gemein wie Bill Kaulitz mit einem ordentlichen Haarschnitt.

Ohne Frage: das Artwork von Too Much Yang ist mit ziemlicher Sicherheit eines der hässlichsten des aktuellen Jahres. Wie immer, so gilt auch hier: bloß nicht von der Verpackung täuschen lassen, denn auf die inneren Werte kommt es an! Die Werte von Too Much Yang entfalten sich in einer Art Rockmusik, die sich so Ur-nordamerikanisch feiert wie nur möglich. Das gelungene Süppchen besteht im Kern aus Rock, angereichert mit feinen, aber großen Melodien, gewürzt mit ein wenig Blues und abgerundet durch vereinzelte Anleihen bei der Folkmusik. Während in Deutschland diese Mischung noch weitestgehend abseits des großen Publikums präsentiert wird, startete Too Much Yang im Heimatland Norwegen von 0 auf 1 in die Albumcharts und kann als vorläufiger Höhepunkt eines gewissen kommerziellen Erfolges betrachtet werden, der sich seit dem Jahrtausendwechsel mit jedem weiteren Album Schritt um Schritt erweitern ließ.

Auch inhaltlich bewegt sich Too Much Yang in traditionellen Strukturen: Das Strophe-Refrain-Bridge-Muster wird weitestgehend eingehalten. Thematisch dreht sich das Meiste um die Liebe und den Verlust, so oft beschrieben, dass kaum noch Neues diesem Thema hinzuzufügen ist. Auch Bigbang schaffen dieses Wunder nicht und kredenzen durchschnittliche Lyrics, die allerdings durch die umhüllenden Melodien geschickt verschleiert werden. Das Gefühl stimmt.

Too Much Yang ist also im vielfacher Hinsicht ein konservatives Album geworden: Einerseits in seiner musikalischen Entfaltung, andererseits in der thematischen und inhaltlichen Ausrichtung. Doch nur weil dem Album das Label „traditionalistisch“ angehaftet werden könnte, ist es mitnichten ein zu verachtendes Album. Auch Traditionen haben eine gewisse Funktion und man sollte Ihnen zumindest mit einer Portion Respekt begegnen, auch wenn man diese Tradition nicht teilen kann. Ähnlich verhält es sich mit Too Much Yang. Ach ja: Eine Menge Spaß macht das Album auch.
Kai Wehmeier

 

Offizielle Homepage

www.thebigbangweb.com

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