Blonde Redhead - 23

Dienstag, 26. Juni, 2007 at 3:49 Uhr nachmittags (Electronic, Pop, Rezensionen, Rock)

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23 – das ist die Nummer von Kazu Makinos Apartment und zugleich Titel des siebten Albums ihrer Band Blonde Redhead. Die ist vor allem abseits des Mainstream bekannt und beliebt und das nicht erst seit gestern.

1993 veröffentlichten Makino (Gitarre, Gesang), Maki Takahashi (Bass) und die Zwillingsbrüder Simone (Schlagzeug) und Amedeo Pace (Gitarre, Gesang) ihr Debüt. Das wurde von Sonic-Youth-Drummer Steve Shelley produziert und trug ebenfalls den Namen Blonde Redhead. Die Besetzung hat sich danach etwas geändert: Bassist Takahashi verließ die Band, das zweite Album (La Mia Vita Violenta) wurde als Trio eingespielt. Für Fake Can Be Just As Good sprang Vern Rumsey von der amerikanischen Noise Rock-Band Unwound ein. Es blieb jedoch bei dem einmaliges Gastspiel und Blonde Redhead musizieren seither ohne Bassist. Davon, dass das funktioniert, zeugt 23 – übrigens das erste von den Wahl-New-Yorkern selbstproduzierte Album.

Einordnen kann man 23 am ehesten als Indieelectropoprock. Genau die Musik also, die man sich gut auf dem Soundtrack zu einem Sofia-Coppola-Film vorstellen könnte. (Interessanterweise ist das auch das Ergebnis zu dem Google kommt: gibt man „Blonde Redhead Sofia Coppola“ ein, sind die Top-Treffer Kommentare à la „This should totally be on the next Sofia-Coppola soundtrack!“) Um das Kind beim Namen zu nennen: Die Musik erinnert ein bisschen an Air, nur dass die ja auch viele rein instrumentale Stücke haben. Das ist bei Blonde Redhead nicht der Fall, im Gegenteil: die mächenhaft-hauchige und auch ein bisschen gespenstischer Stimme von Kazu Makino wirkt wie eine Art Melancholie-Verstärker. Wenn Amedeo Pace singt (Publisher, Spring And By Summer Fall und SW) fühlt klingt das ein bisschen nach John Frusciante – ebenfalls nicht gerade der Typ Sonnenschein. Ob Blonde Redhead damit endlich im Mainstream ankommen bleibt wohl noch die gerade laufende Tour abzuwarten. In den US-amerikanischen Billboard-Charts hat 23 es immerhin bis auf Platz 4 geschafft, allerdings „nur“ in der Kategorie „Best Independent Album“. Zu wünschen wäre es jedenfalls sowohl ihnen als auch den Charts. Andererseits: Waren letztere jemals ein Indikator von gutem Geschmack? Eben.

Fazit: Wie das so ist, wenn Bands aus dem Underground in den Mainstream streben: Unter den Fans der ersten Stunde wird es sicher ein paar enttäuschte Ohren geben. Dafür freuen sich andere. Wer Air mag, sollte in 23 auf jeden Fall mal reinhören.

Solveig Wrage

Offizielle Homepage:
www.blonde-redhead.com

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