Justice - †

Donnerstag, 2. August, 2007 at 5:40 Uhr nachmittags (Electronic, Rezensionen)

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Es begab sich zu einer Zeit, genauer genommen vor zwei Tagen, da wollte ich einem Freund, wohlgemerkt einem Franzosen, begeistert von meiner neuesten Errungenschaft berichten: dem Album vom französischen Elektro-Duo Justice. Der Freund, sehr gut vertraut mit französischer Elektronika, hörte rein und befand nach kürzester Zeit: französische Elektro-Mucke halt. Als Beweis zeigte er mir Stücke einer anderen Band aus Frankreich, und tatsächlich, das klang vertraut.

Der Einwand meines französischen Freundes hat mich allerdings nicht davon abhalten können, trotzdem weiterhin toll und besonders zu finden, zumal meine bisherigen Erfahrungen mit französischer Tanzmusik eher rudimentärer Natur sind, und sich wohl auf Daft Punk konkretisieren lassen können. Aber auch da nur ein wenig.

Kommen wir also nun zum Eingemachten und zu der Frage, warum eine delektable Platte sein könnte. Aller Anfang des Albums ist der schlechte Geschmack, der bereits auf und im Cover zu sehen ist: ein riesengroßes Raumschiff in Form eines Kreuzes mit übergroßen Triebwerken fliegt durchs All. Drinnen findet wahrscheinlich gerade eine dicke Party statt, an den Turntables: Gaspard Augé und Xavier de Rosnay: Justice. Auch die Musik klingt nach space-party, eine krude Mischung aus Funk, Soul, Bigbeat, Dance und Rock, die eigentlich am Stück gehört werden möchte – 50 Minuten lang –, aber hörerfreundlich auf 12 Tracks gesplittet wurde. In den Songs befinden sich Passagen und Motive die an den verschiedensten Stellen in anderen Songs wieder auftauchen. So entschält sich im zweiten Stück, Let There Be Light, einem rüden Dancesong, der durch gewitzte Störgeräusche aufpoliert wird, nach knapp vier Minuten ein Captain Future-ähnlicher Soundteppich, der sich leicht abgewandelt in Phantom Pt. II und im Schlussstück One Minute to Midnight wieder findet. Oder eine funky Basssequenz, die wieder in Let There Be Light Premiere feiert, Phantom (das vielleicht beste Stück auf ) veredelt und Dvno die nötige Prise Dancefloortauglichkeit einhaucht. Apropos schlechter Geschmack: Der Kinderchor auf D.A.N.C.E. und die Discostory des Tracks Tthhee Ppaarrttyy sind zwar einzeln schwer zu ertragen, machen aber im Gesamtkonzept des Albums Sinn, insofern hier von Sinn gesprochen werden kann. Also bitte nicht abschrecken lassen!

Aus diesen vielen kleinen Versatzstücken schaffen es Justice so, ein wundervoll homogenes, aber dennoch sehr schräges Dance-Album zusammenzuschustern. Wie viel Frickelarbeit diese Platte wohl bedeutet haben möge, man hört es zu jeder Sekunde an. Aber die Arbeit hat sich gelohnt. Denn Arbeit ist dann am besten, wenn sie Spaß macht. Und Spaß macht über alle Maßen.

Kai Wehmeier

Offizielle Homepage:
http://www.myspace.com/etjusticepourtous

2 Kommentare

  1. Solveig sagte,

    Montag, 1. Oktober, 2007 um 6:57 Uhr nachmittags

    Hej Kai! Was heißt hier “Apropos schlechter Geschmack: Der Kinderchor auf D.A.N.C.E. und die Discostory des Tracks Tthhee Ppaarrttyy sind zwar einzeln schwer zu ertragen, machen aber im Gesamtkonzept des Albums Sinn, insofern hier von Sinn gesprochen werden kann.” Ich liebe D.A.N.C.E. genau deswegen! Habe’s mir sogar GEKAUFT. Nee, keine Angst, keine Maxi - nur im i-tunes-store runtergeladen = dafür BEZAHLT; naja, eigentlich hat die NEON dafür bezahlt, da gibt’s ja ab und zu diese Codes… Jedenfalls, nix gegen D.A.N.C.E. und den Kinderchor, klar?

  2. t.uan sagte,

    Samstag, 10. November, 2007 um 11:16 Uhr nachmittags

    kai = looser

    ———————–

    Lieber t.uan,

    loser schreibt sich nur mit einem o.

    Herzlichst,

    Kai Wehmeier

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