Halt Dich an Deiner Liebe fest: Freundeskreis in Hamburg, Stadtpark, 07.09.2007

Mittwoch, 12. September, 2007 at 2:34 Uhr nachmittags (Konzerte)

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Freundeskreis-Konzert in Hamburg. Das neue Max Herre-Album in der Mache. Joy Denalane als Vorband. 30 Euro Eintritt. Da sprach eigentlich schon so einiges dagegen, das Konzert zu besuchen. Damit es jetzt keiner falsch versteht. Joy ist sehr gut, aber als Vorgruppe und dann bei den Freundeskreis Songs auch noch? Das drohte ein bisschen Joy-lastig zu werden. So wie beim Splash. Ein neues Max Herre Album in der Produktion, heißt das jetzt trotzdem Freundeskreis Konzert, oder doch eher: Max Herre präsentiert Lieder aus seinem neuen Album und spielt noch drei Freundeskreis Songs am Rande? Und 30 Euro Eintritt? Das sind ja Grönemeier-Preise. Ganz schön unverschämt. Aber andererseits könnte es auch die letzte Chance sein, den Freundeskreis nochmal versammelt auf der Bühne zu sehen. Mit einer Träne im Knopfloch die 30 Euro und noch mal 5 Euro Vorverkaufsgebühr dann doch bezahlt und auf in den Hamburger Stadtpark.

Punkt 19 Uhr stakst Joy auf ihren Hacken nach vorne auf die Bühne und spielt ihre Hits von Mamani und Born and Raised vor dem zahlreich angereisten Publikum, wie immer perfekt von den Scrimali Brüdern an den Drums und Keys und ihren Backgroundsängern unterstützt. Echte Musiker halt. Nach einer Stunde spielt sie ihren Lieblingssong Im Ghetto von Soweto und verabschiedet sich fürs Erste unter Beifall von der Menge. Wenig später steht sie zusammen mit Max Herre, Don Phillipe, Frico, Afrob und der Band wieder auf der Bühne und alle schlimmen Befürchtungen lösen sich ziemlich schnell im Nichts auf. Nur Don Phillipe an der Klampfe sieht als einziger so aus, als ob er nicht mehr so richtig Spaß an den alten Sachen hätte.

Eingeleitet wird die Freundeskreis Show von einer Live eingespielten Version von Nas’ HipHop Is Dead, und nach einem „Wir sind zurück Baby“ wird erstmal FK10 vom kürzlich erschienen Best-Of Album angestimmt, und ohne Pause wird alles gespielt, wofür die Massen in den Stadtpark gepilgert sind. Esperanto, Erste Schritte, Tabula Rasa, Wenn der Vorhang fällt, Anna, Mit Dir, Halt Dich an Deiner Liebe fest, kurz alles, was einen sentimental stimmt, an alte Zeiten erinnern lässt und ein bisschen traurig macht, dass es wahrscheinlich wirklich das letzte Mal war, den Freundeskreis auf der Bühne zu sehen. Afrob legt noch mal ne fette Version von Get Up vom DJ Thomilla-Album zusammen mit Brooke Russel auf die Bretter und Max hämmert Zu Elektrisch über den 99 Problems-Beat.

Um 22 Uhr ist dann leider schon Schluss. Warum jetzt so genau, weiß dann auch niemand, und auch alles Zugabe-Rufen hilft nix mehr. Schön war es auf jeden Fall und an das Geld denkt in diesem Moment auch keiner mehr. Irgendwie hätte ich mir nur noch gewünscht, dass Sammy plötzlich auf der Bühne steht und noch Eimsbush bis 0711 aus der Tasche zaubert. Sonst wars schon ziemlich perfekt. Punkt.

Thomas Mader

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