Whatever happened… - Favez, 24.03.2008, Lagerhaus in Bremen

Wer Favez bisher nicht auf Platte gehört hat, sollte das mit Ausnahme des großartigen From Lausanne, Switzerland auch tunlichst lassen. Favez sind nämlich immer dann am besten, wenn sie ihre große Schwäche - das Songwriting, das manchmal gen unterirdisch tendiert - mit tollem Sound übertünchen können. Und das haben sie bisher nur auf dem erwähnten Album geschafft und schaffen es auch regelmäßig bei ihren Live-Auftritten. Favez legen ihre mittelmäßige Poppunk-Attitüde, die sie sehr gerne einer Band wie den Donots zurecht vorwerfen, ab und tauschen sie gegen einen brachialen Sound, der viele Minuspunkte einfach aus dem Weg knüppelt. Auf Platte funktioniert das leider meistens nicht.
Aber die Versammelten im recht gut gefüllten Lagerhaus waren ja nun auch nicht zu einer Record-Release-Listening-Party gekommen, sondern für ein Livekonzert. Und das haben die Jungs von Favez zum wiederholten Male exzellent über die Bühne gebracht und sich quer durch die Bandhistorie gespielt, darunter ein Song von A Sad Ride on the Line Again, „an album that actually no one bought“, I’ve Got Everything I Need vom Album Gentlemen, Start Your Engines und zwei Songs von From Lausanne, Switzerland, Don’t Let the Riot in und der wahrscheinlich gelungenste Track ihrer Karriere Someday All This Will Be Mine. Dazu noch She Wakes Up Every Night, Naked and Gasolined, And We Dance und White Limousine vom viel zu überschätzten letzten Album Bigger Mountains, Higher Flags sowie Emmanuel Hall von Bellefontaine Avenue.
Spielfreude, Witz und selbstironisches Rock-Gepose sind ein weiteres Mal die ausschlaggebenden Punkte, die die rund 70 Minuten zu einem wirklich guten Auftritt pushen. Vielleicht sollten sie die Sache mit den Platten einfach sein lassen, ist doch eh out.
||||| Kai Wehmeier |||||
Darko sagte,
Dienstag, 1. April, 2008 um 2:12 Uhr nachmittags
“Favez sind nämlich immer dann am besten, wenn sie ihre große Schwäche - das Songwriting, das manchmal gen unterirdisch tendiert…” … pfft woher willst Du denn was über Songwriting wissen?! Lächerlich!