Santogold – Santogold

Mittwoch, 6. August, 2008 at 2:13 (Pop, Rezensionen, Rock) (, , , , , )

Ihr Name reimt sich mit “Monty”, nicht mit “panty” und auf dem Albumcover kotzt sie kein Gold. Das stellt Santi White in ihrem Blog klar, und wenn man sich das Debüt von Santogold anhört, dann kann einen schon mal das Gefühl beschleichen, dass man sich mit Frau White besser nicht anlegt.

Santogold, das ist eine Mischung aus Indie-Rock, Dub, New Wave und etwas Reggae. Santi Whites Gesang ist meistens hart, die Klänge düster und gleichzeitig sind die Melodien eingängig wie Popsongs. Verglichen wird White oft unter anderem mit M.I.A. (die auch auf dem Album zu hören ist) und Größen wie den Pixies und den Yeah Yeah Yeahs.

Auch wenn nur sie auf dem Cover zu sehen ist und Santi White mit ihrer kraftvollen Stimme gerne synonym mit Santogold verwendet wird: Eigentlich gehören zwei dazu. Zusammen mit John Hill (alias Johnny Rodeo) produzierte und schrieb die Sängerin/Songwriter Santogold (was sich übrigens auf Font-o-gold reimt, nicht auf Can’t-a-gold). Die beiden haben bereits eine gemeinsame Vergangenheit: Stiffed, eine Punkrock/Ska-Band aus Philadelphia, bei der White als Frontfrau und Hill als Bassist auftraten.

Doch das ist natürlich nicht die einzige Referenz, die White in ihrem Lebenslauf vorzuweisen hat. Sie schrieb und produzierte das Debüt How I Do, der Sängerin Res, das allerdings aufgrund schlechter Promo weder im Mainstream noch in der Indie-Szene ankam. Das ist nun sieben Jahre her und White ist seitdem weit gekommen. Neben ihren eigenen Stücken schrieb sie für Lilly Allen und selbst so kommerzielle Popsternchen wie Ashlee Simpson wollen Santi White, die keinen Hehl aus ihrer Motivation für diese Aufträge macht, und sich in einem Interview über Kekse auf Silbertellern mokiert.

Über Santogold sagt White “Wir fingen damit an, dass wir versuchten Pop-Songs zu schreiben, die sich gut verkaufen würden. Das hat uns depressiv gemacht, also begannen wir stattdessen Stücke für uns selbst zu schreiben.”

Die Taktik hat sich bewährt. Santogold wurde sowohl vom Rolling Stone als auch von Spin und BBC zum “artist to watch in 2008” auserkoren, Björk und Coldplay wollen Santogold als Vorband, und zusammen mit Pharrell Williams (Neptunes) und Julian Casablancas (The Strokes) ist Santi White in der Converse-Werbung zu sehen. Auch darüber berichtet sie in ihrem Blog: Ironischerweise war die toughe Lady, die sich darüber aufregt, wenn man sie in die HipHop-Schublade stecken will, so beeindruckt von Pharrell Williams Klunkern, dass sie mit ihren Kommentaren ihren Manager beschämt habe.

Fazit: Bitte lieber mehr Musik mit Santogold machen anstatt Ashlee Simpsons Songs zu schreiben!

||||| Solveig Wrage |||||

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Video zu “LES Artistes”:

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